13. Bremen Marathon 2017

Urkunde
Knappe zwei Monate sind seit dem letzten Eintrag vergangen und wie das Bloggen war mein Trainingselan eher überschaubar. Der August war mit 180 km und 19 Einheiten noch im Ordnung, aber der September war echt ungenügend.
74 km mit 6 Einheiten sind keine gute Basis für 42 lange Kilometer.
Augustsept
Eine überraschende Überstundenexplosion meines Arbeitgebers, sowie einige privat zu umschiffende Klippen ließen in meinem Kopf keinen Platz mehr für konzentriertes Marathontraining.

WARM UP

Trotzdem setzte ich mich am 30.09.17 morgens mit Koffer und Rucksack in den Zug Richtung Bremen. Nach dem Umstieg in Hamburg erreichte der IC ziemlich pünktlich die kleine Hansestadt an der Weser.
Dort wurde ich bereits von Laufblogger Eddy erwartet, der mir für das Wochenende ein Dach über den Kopf anbot. Im Hause Eddy wurde ich mit Eddys besserer Hälfte Kathi bekannt gemacht und nachdem das Gepäck verstaut war und ich mit Kaffee abgefüllt wurde ging es per Straßenbahn in die Bremer City.
Im Bremer Musical Theater konnte man die Startunterlagen abholen, sich seine Portion Pasta und sein Getränk abholen und an ein paar Ständen Schnäppchen erstehen.
Am Abend stand das Fußballderby zwischen dem HSV und dem SVW an – in Hamburg.
Eddy und Kathi opferten sich und machten sich mit mir auf die Suche nach einer Kneipe, die das Spiel auch überträgt.
Schließlich fanden wir eine Down-Under Bar und setzten uns bei immer stärker werdenden Regen nach draußen unter einen großen Schirm. Dank eines Heizstrahlers und kaltem Bier war es zu ertragen.
So sah ich bei sinnflutartigem Regen ein ernüchterndes 0-0 meiner Rautem gegen die Bremer Salmis.
Nach dem Spiel ging es per Taxi zurück, da wir bei diesem Mistwetter bestimmt auf dem Weg Richtung Straßenbahn ertrunken wären.
Eddy und ich guckten noch etwas fern und unterhielten uns übers Laufen und auch über andere Dinge des Lebens bevor ich mich in die Koje aufmachte.

Race day

rACEBOOKER

Foto: Racebooker/Toni Hecker

Am Renntag stand zuerst einmal ein Gruppenfoto der Racebooker  auf dem Programm. Ich kannte ja nur die Gruppe bzw. ein paar Personen über Facebook und leider war viel zu wenig Zeit um mit einigen ins Gespräch zu kommen.
Denn nur 20 Minuten später sollte der Startschuß erfolgen. Im Startmodus hat man eh kaum noch Augen und Ohren für andere Läufer.
Mein Zeitziel waren 4 Stunden 45 Minuten und der Pacemaker gehörte auch zu den Racebookern. Cool.
Kurz nach dem Start schloss ich zum Pacemaker auf und eine Gruppe von ca. 8 Läufern blieb nun eine ganze Zeit lang zusammen.
Bei Kilometer 18 oder 19 begann die Gruppe langsam auseinander zufallen.
Ein Teil lief Stück für Stück davon. Ich blieb beim Ballon und achtete nicht auf meine Uhr – wollte mich nicht kirre machen.
Bei Kilometer 23 merkte ich dann, dass der Pacemaker heute wohl keinen guten Tag erwischt hatte und beschloss auf die Vorgelaufenen wieder anzuschließen.
Das bedeutete aber knapp 3 Kilometer das Tempo zu forcieren. Im Nachhinein wohl keine gute Idee.

pacetabelleZwar kam ich wieder an eine Dreiergruppe heran, musste diese allerdings ein paar Kilometer später wieder ziehen lassen.
Nichts lief mehr und ich musste immer öfter Gehpausen einlegen.
Hammermann und Schweinehund hingen mir an den Beinen und zerrten an meinen Nerven. Entlang der Schlachte war ich vom Kopf her echt alle und ich war kurz davor auf den Besenwagen zu warten nachdem der 5 Stunden Ballon an mir vorbei lief.

Zwei Läufer allerdings bauten mich  auf und motivierten mich weiter zu machen.
In Sichtweite des Weserstadions begann ich nach fast 3 Kilometer Gehen wieder langsam anzutraben.
Mein Stolz trat sowohl Hammermann, als auch den Schweinehund nun in den Hintern und ich trabte die letzten 5 Kilometer dem Ziel entgegen.
Durchs Stadion ging es angefeuert doch den Stadionsprecher und einem Werder Spieler. Eigentlich ganz cool, wenn auch der komplett verkehrte Verein.
Ein „Nur der HSV!“ konnte ich mir einfach nicht verkneifen. 😀
Nach etwas über 5 Stunden bog ich endlich auf die letzten Meter ein. Ich war fix und fertig!
Entlang der letzten Meter standen doch noch ziemlich viele Menschen und feuerten uns „Schnecken“ noch an. Respekt und vielen Dank!
Im Ziel erkannte ich dann Eddy und Frank, die es sich nicht nehmen ließen mich – den wandelnden Tod – per Bild zu verewigen.

Im Ziel

Pic von Eduard Andrae

Leider lagen die Finisher Medaillen lieblos auf der Erde vor einem Wellenbrecher.
Das finde ich ärgerlich und respektlos. Wenn Eddy mir keine umgehängt hätte, ich weiß nicht ob ich hinunter gekommen wäre… Ein Mitläufer von mir hatte sich sogar eine Medaille der Halbmarathonis geholt…
Allerdings hat der Veranstalter umgehend auf dieses Missgeschick reagiert und Besserung gelobt, nachdem auf social media Kanälen darauf aufmerksam gemacht wurde.

Mein Finisher Bier hatte ich mir verdient! Danach zog ich mich um und ging mit Kathi und Eddy noch kurz zur Schlachte, bevor das Telefon klingelte und meine Frau mir gratulierte.
Eddy fuhr mich dann später noch zum Bahnhof. Per Bahn ging es zurück an die Förde, wo meine jüngste Tochter mit meiner Frau am Bahnhof auf mich warte und wir noch vom Bistro was zu Essen holten.

Fazit:

Eine schöne Veranstaltung mit einer tollen Strecke. Besonders um den Werdersee herum.An der Strecke relativ wenig Zuschauer, wenn dann aber mit super Stimmung und super Motivation.
Vielen Dank auch an die Helfer der Veranstaltung und auch an Polizei und Bundeswehr – toller Job!

Nächstes Jahr dann evtl. Hamburg und Berlin, dann aber mit 10 Kilo weniger!

 

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