26. April 2015—-30. Haspa Hamburg Marathon

So sehen Sieger aus


Der Tag begann um 5:30 Uhr mit Kaffee, Toast mit Marmelade und mehrfache Überprüfung meines Starterbeutels.
Eine Stunde später ging es per Bus & Bahn in Richtung Messehallen. Wie nicht anders zu erwarten stieg ich natürlich in die falsche U-Bahn, Kann einem in der Heimatstadt ja mal passieren.
Die beiden Hallen für uns Athleten hatten die Dimension einer Flugzeughalle. Echt beeindruckend.
Um 8 Uhr stand dann mein Fotoshooting an. Die Facebook Gruppe „Die Marathonis“ hatte zum Meeting gerufen und trotz Nervosität, Zeitmanagement und der Größe des Geländes fanden sich doch einige Läufer und eine Läuferin zum „Vorher-Foto“ ein.

Die Marathonis – Bild ist Eigentum des Fotografen

Danach ging es mit klopfenden Herzen in Richtung Startblock. Mit meiner Prognose „5 Stunden“ war ich im Block M, danach kamen nur noch die Läufer ohne Zeitziel.
Kurz vor 9 Uhr begann es dann auch prompt leicht zu nieseln.
Da 15.000 Läufer nicht zeitgleich loslaufen können dauerte es nochmal knapp 20 Minuten, bis ich dann endlich die Startmatte überquerte.

Pulsuhr und Paceband waren bereit. Ebenso die KM-Angaben, an denen mein Kumpel Seff zur Unterstützung auf mich warten wollte.

Es ist schon ein Wahnsinn in dieser Masse von Leuten zu laufen und ich nahm kaum mein Umfeld wahr. Auf der Reeperbahn dann die erste größere Anzahl an Zuschauern. Jungerwachsene mit Buddel in der Hand und den aufmunternden Worten „Schneller!“ Vielen Dank!
Kilometer 3 kam näher und ich hielt Ausschau nach Hombre Seff. Aber leider war er nicht zu sehen. Okay. Ein paar Chancen gab es ja noch. Ich versuchte locker zu bleiben und genoss die Atmosphäre so gut es ging. Auf Balkonen und am Straßenrand standen die Menschen und Applaudierten. Klasse. Viele Kinder hielten uns Läufern die Hand zum Abklatschen hin und soweit es möglich war klatschte ich gerne ab. Hammer auch, dass man per Namen angefeuert wurde. „Weiter, Sönke!“ oder „Klasse, Sönke!“ Ist am Anfang echt merkwürdig…
So langsam ging es Richtung Altona, in Richtung 10er Marke. Auf dem Weg dorthin unterhielt ich mich noch mit zwei anderen Läufern über die Spendensammler von „Phoenikks“, die mit einem 2 l Eimer in der Hand die Strecke liefen. Dort sagte mir einer der beiden, dass er nur einen Halben zur Vorbereitung gemacht hätte. Ich hatte schon Angst ich hätte zu wenig gemacht…
Kilometer 10 kam und ich sah Seff eher als er mich. Zeit für ein Selfie. Muss man machen, solange man noch gut aussieht.

Kilometer 10, Altona

Langsam ging es Richtung Landungsbrücken und aus den zahlreichen Vorberichten wusste ich: hier wird es laut & bunt. Richtig. Eine Shanty-Combo schmetterte Hamburger Seemannslieder und an den Landungsbrücken standen die Fans in Dreierreihen. Aufbauend: Ein Plakat: „Nur noch 30 km bis zum Bier!“ Aber es hatte Unrecht. Nächster wichtiger Punkt: Wallringtunnel. Kilometer 15. Dort eine Uhr, die 2:02 zeige, als ich vorüber lief. Okay. Der spätere Sieger ist schon fast im Ziel. Hat wohl meinen Atem gespürt. Seff wartete nun am Jungfernstieg und wir waren uns einig: Läuft alles nach Plan. Der Körper spielte mit, die Zeit kam auch hin. Das nächste Bild wurde geschossen und weiter ging es.

Jungfernstieg Alster -da war es noch easy

Die Halbmarathondistanz wartete und zu meiner Freude schenkte ein Verein/ ein Klub Freibier (mit Alkohol!) aus. Meine persönlichen Helden neben einer Familie, die zwischen zwei Versorgungspunkten Bananen verteilten – so süß!

Stadtpark – No surrender

Dann ging es auch schon Richtung Stadtpark und somit in bekanntes Laufrevier. Hier hab ich die blaue Linie und die Streckenankündigung schon ein paar Tage vorher gesehen. Am Stadtpark hatte ich dann langsam einen echten Tunnel und so hätte ich fast meinen Trainer verpasst…
Vom Stadtpark weg in Richtung S-Bahn Alte Wöhr, wo ein kleiner, aber feiner Bär tobte. Die Fuhle ist fast vor meiner Haustür und der Weg hoch zur City-Nord zog sich zäh wie Kaugummi. Kurz vor Rübenkamp dann eine Rockband, die uns Läufer antrieb. Schade, dass ich keine Zeit hatte. Nun ging es in die Ruhezone… Die City Nord ist halt ein Gewerbegebiet und eher ruhig am Sonntag. Doch die Staffelwechselzone und der dazugehörende DJ trieben mich auch da durch. Ein letztes Mal sah ich Seff. Foto und weiter! Vielen vielen Dank für den Support!

City Nord  – ein Kampf

 Jetzt würde es leider etwas ungemütlicher. Regen setzte ein, laut allgemeiner Info zum ersten Mal in 30 Jahren HH Marathon. Na, vielen Dank auch. Kurz vor KM 30 sah ich Massageliegen und da mein linker hinterer Oberschenkel langsam zumachen wollte, nutzte ich die Chance um mich im Regen kurz durchkneten zu lassen. Vielen Dank an die fleißigen Masseure und Masseurinnen, die im Regen für uns da waren! Großes Kino.
Am Bahnhof Ohlsdorf dann mein Highlight: Meine Frau und meine jüngste Tochter warteten zusammen mit der Cousine meiner Frau und ihrem Freund auf mich. Nass bis auf die Knochen. Danke dafür.
 Dort erkannte mich dann auch noch zufällig die Erzieherin meiner Kurzen aus der KiTa.
Hamburg kann klein sein.
Jetzt kam langsam die Phase vor der jeder Neuling zittert. Zeit für den Hammermann, oder?
Ich hatte brav an jeder Station getrunken und Gel zu mir genommen, habe mir dafür Zeit genommen. Bin gegangen oder habe mich an den Rand gestellt. Ich wollte bis zur Partymeile Eppendorfer Baum fighten und mich dann vom Feld mitziehen lassen. Aber zu meiner Überraschung konnte ich meine Tempo durchziehen. Der Eppendorfer Baum war Wahnsinn pur – Gänsehaut garantiert. Bei KM 39 wartete der Laufladen Hase mit klatschnassem Fell. Jetzt waren es nur noch 2 KM bis zum Teppich. Neben und vor mir sah ich immer mehr Läufer/innen, die gingen oder mit Krämpfen zu kämpfen hatten. Ich wünschte mir nur noch den verdammten Telemichel endlich zu sehen. Die Mizuno-Zone am Stephansplatz lief ich wie in Trance entlang und dann sah ich endlich den roten und klatschnassen roten Teppich, wo mir auch der Marathon-König entgegen kam.. Ich hatte es geschafft! Am Ziel, durchs Ziel und im Ziel! Hammer!!!
5 Minuten später hatte ich endlich meine Medaille um den Hals.
I#RanHamburg 2015

Da ist das Ding!
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Ein Gedanke zu “26. April 2015—-30. Haspa Hamburg Marathon

  1. Ach guck, wie klein die Welt doch ist: erstens hätten wir ja prima zusammen laufen können – wenn wir voneinander gewusst hätten, dass wir Beide auf der Strecke sind und Beide um die 5 Stunden laufen würden.

    Und zweitens lag auch für mich mal die Fuhle fast vor meiner Haustür: ich hab nämlich ein Jahr im Wittenkamp gewohnt! 😉

    Ach so, das darf ich natürlich nicht vergessen: Herzlichen Glückwunsch, FINNISHER!

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